Stille Zeilen

Ein Satz, der bleibt

Manchmal bleibt von einer Folge ein einzelner Satz. Hier stehen sie gesammelt — zum Innehalten. Jede Zeile führt zu ihrer Folge, und jede lässt sich weitergeben.

Ein modernes Auto will ankommen. Ein Oldtimer will fahren.
— aus Der Tag mit dem Oldtimer
Der Horizont ist nicht das Ende. Der Horizont ist nur, wie weit man sieht.
— aus Der Tag mit dem Oldtimer
Der Moment, der endet. Der vielleicht bleibt, weil man ihn nicht festhält.
— aus Der Tag mit dem Oldtimer
Nicht die Stille des Schweigens. Die Stille des Tuns.
— aus Die Staumauer
Man muss nicht alles hören. Manchmal reicht das Sehen.
— aus Die Staumauer
Die Ruhe des Arbeitens. Die Ruhe des Haltens. Die Ruhe des Flusses, der fließt.
— aus Die Staumauer
Die Wüste vergisst Las Vegas nicht. Sie wartet. Geduldig. Sie hat Zeit.
— aus Die Hotelpaläste
Das Licht findet immer einen Weg.
— aus Die Hotelpaläste
Diese Leere, die sich nicht falsch anfühlt. Die sich richtig anfühlt.
— aus Das Schild
Klein. Sehr klein. Aber in Ordnung damit.
— aus Das Schild
Erstaunlich, was man behält. Und was man loslässt. Und was nicht.
— aus Derselbe Mittag
Das war der Punkt. Das war immer der Punkt. Nicht die Richtung. Sondern das Zusammen.
— aus Derselbe Mittag
Der Rand ist kein Ende. Der Rand ist ein Anfang.
— aus Der Mittag
So stachelig der Kaktus. So zart die Blüte.
— aus Der Mittag
Diese Schönheit, die sich nicht zeigt, wenn man nicht aufpasst. Die man verdient, wenn man hinschaut.
— aus Der Mittag
Dieser Schnee im Mai. Der nicht da sein sollte. Und doch da war.
— aus Der Schnee im Mai
Diese Momente, die man sich nicht kaufen kann. Die man sich nicht organisieren kann. Die einfach kommen.
— aus Der Schnee im Mai
Das ist es, was bleibt. Nicht das Große. Sondern das Unerwartete.
— aus Der Schnee im Mai
Das Blitzen gehört dem Wasser. Nicht dem Eimer. Das ist gut so.
— aus Der Hering
Manchmal ist das genug. Einfach da gewesen zu sein.
— aus Der Hering
Ein Buch hat die Geduld, die Menschen nicht haben.
— aus Die Bibliothek
Die Bibliotheksstille ist nicht das Schweigen. Sie ist das Einverständnis.
— aus Die Bibliothek
Man weiß nie, was der andere trägt.
— aus Die Bibliothek
Der Stein gibt zurück, was er bekommen hat. Das ist keine Metapher. Das ist Geologie.
— aus Die Wachau im Frühling
Das Warten ist kein Verlust. Das ist die Vorbereitung.
— aus Die Wachau im Frühling
Das Wissen ist genug. Das Wissen ist manchmal mehr als das Sehen.
— aus Die Wachau im Frühling
Das Staunen braucht Zeit. Man soll es nicht hetzen.
— aus Der Dezember
Er nimmt das Licht des Tages auf. Und gibt es abends wieder.
— aus Der Dezember
Das Noch-nicht-Wissen. Der Moment bevor.
— aus Der Dezember
Alte Städte erklären sich nicht. Sie zeigen sich dem der langsam geht.
— aus Der Septembermorgen
Das Licht kennt keinen Unterschied zwischen damals und jetzt.
— aus Der Septembermorgen
Das Licht bleibt — egal was sonst kommt.
— aus Der Septembermorgen
Manche Dinge sind schöner wenn man sie nicht vollständig versteht.
— aus Der andere Morgen
Das Wetter akzeptieren und trotzdem Farbe wählen.
— aus Der andere Morgen
Achthundert Jahre. Das ist lang. Oder kurz. Kommt drauf an von wo man schaut.
— aus Der andere Morgen
Manche Dinge kauft man nicht aus einem Grund. Man kauft sie weil sie sich richtig anfühlen.
— aus Der Samstagmorgen
Dass ein Ort sich erinnert. Auch wenn er sich verändert hat.
— aus Der Samstagmorgen
Menschen die ihre Arbeit gut machen. Nicht weil jemand schaut. Einfach so.
— aus Der Samstagmorgen
Wir sind kurz hier. Das Wasser ist länger. Der Wall noch länger.
— aus Abend an den Königswiesen
Dass es Orte gibt die bleiben wenn Menschen gehen.
— aus Abend an den Königswiesen
Man kommt rein und wird langsamer. Das Viertel macht das.
— aus Das Fischerviertel
Vielleicht ist das das Beste an Veränderungen. Dass man sie oft erst rückwärts sieht.
— aus Das Fischerviertel
Das ist das Ruhigste was es gibt. Dass manche Dinge einfach bleiben.
— aus Das Fischerviertel
Der März gibt nicht alles auf einmal. Er gibt einen Tag. Und dann noch einen.
— aus Der Märzvormittag – Sonderfolge
Die Beete liegen bereit, wie Seiten in einem Buch, die noch nicht beschrieben sind.
— aus Der Märzvormittag – Sonderfolge
Das Wasser hört nicht auf. Das ist das Beruhigende daran.
— aus Der Märzvormittag – Sonderfolge
Das ist auch etwas. Dass man nicht mehr gebraucht wird — und trotzdem bleibt.
— aus Die Gassen im Abendlicht
Manche Dinge brauchen keinen Grund. Sie gehen einfach weiter.
— aus Die Gassen im Abendlicht
Sie geben nicht alles auf einmal. Man muss wiederkommen.
— aus Die Gassen im Abendlicht
Manchmal tragen Dinge Namen lange nach dem Ende.
— aus Rapsfelder
Es gibt Morgen, die man nicht vergisst. Nicht weil etwas passiert ist. Sondern weil man dabei war.
— aus Rapsfelder
Das Wasser schaut nicht zurück. Aber es ist da. Das reicht.
— aus Rapsfelder
Manche Dinge warten einfach. Geduldig. Ohne es einem übel zu nehmen.
— aus Es ist kurz nach elf...
Manchmal reicht ein Turm, der einfach steht. Der da ist.
— aus Es ist kurz nach elf...
Es ist einfach da. Es wird. Ganz ohne Aufhebens.
— aus Es ist kurz nach elf...
Das ist ihr Geheimnis. Nicht Widerstand. Nachgeben.
— aus Die Nacht gehört dem Wind
Die Nacht ist nicht der Feind. Sie ist nur anders als der Tag.
— aus Die Nacht gehört dem Wind
Das ist das Privileg des Windes — er trägt keine Last. Er weht. Das ist alles.
— aus Die Nacht gehört dem Wind
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